Regionales Radverkehrskonzept GU-Süd vorgestellt

Im Rahmen einer Radsternfahrt nach Gössendorf am 19.September und beim Abschlussworkshop in Hart bei Graz am 22.September wurde das Regionale Radverkehrskonzept GU-Süd vorgestellt. Das Büro PLANUM hat für die sechs Partnergemeinden Fernitz-Mellach, Hausmannstätten, Gössendorf, Hart bei Graz, Raaba-Grambach und Vasoldsberg ein Radwegenetz entworfen, das allein für die Hauptradrouten eine Länge von 24km aufweist. An den erforderlichen Investitionen von rund 10 Mio Euro beteiligt sich das Land Steiermark mit 70 Prozent Förderung.

Steirische Verkehrsplaner haben die Chance des CoV-Lockdowns ungenutzt verstreichen lassen

45.000 Autos täglich am Bahnhofgürtel, 30.000 Fahrzeuge am Glacis entlang des Grazer Stadtparks, Staus nicht nur zu Spitzenzeiten: Der Grazer Mobilitätsplaner Kurt Fallast spricht von einer verpassten Möglichkeit nach dem Lockdown.

„Neu-Start hätte anders probiert werden müssen“

Der Autoverkehr hätte nicht überall wieder hochgefahren werden müssen und manche Straßenzüge anders genutzt werden können: „Der Aufschwung und das Neu-Starten hätte anders probiert werden können. Am Murkai als solches etwa vom Kunsthaus bis zum Mariahilferplatz und die Verbindung auf die andere Murseite – dort hab’ ich das Kunsthauskaffee, das ich ausweiten kann bis zur Mur, das Tribecca ebenso. Dort, wo das Auto wegkommt, soll öffentliches Leben, Fußgänger, Radfahrer, Einkaufen, Flanieren einziehen.“

Spitzenzeiten entflechten

Doch die alternative Nutzung von Verkehrsflächen löst noch nicht die generelle Stauproblematik zu Spitzenzeiten, so Kurt Fallast: „Wenn ich die Arbeitszeiten und Beginnzeiten von Schulen flexibilisiere, baue ich Spitzen ab, bringe aber trotzdem Leute in die Stadt. Die Leute kann man nicht aussperren, wir brauchen die Arbeitskräfte, die Kunden, die Schüler, die Besucher, aber die müssen ja nicht alle zwischen halb acht und acht in die Stadt fahren.“

Und sie müssen nicht alle mit dem Privatauto in die Stadt fahren, plädiert der Mobilitätsplaner für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Fallast schlägt vor, auf dreispurigen Autobahnen einen Expressbus-Streifen einzurichten: „Das wäre ein Thema, wo die anderen beiden Fahrspuren, die vollgestaut sind, merken, dass rechts der Bus an ihnen vorbei direkt nach Graz fährt.“

Multimodulität wird zunehmen

Die Möglichkeiten des öffentlichen Verkehrs sieht Kurz Fallast jedoch realistisch: „Wenn ich in Eibiswald wohne oder irgendwo am Seggauberg oben, dann brauche ich selbstverständlich mein Auto, um zur Bahn zu kommen. Es geht ja nicht gegen das Auto, aber es wird die Multimodulität zunehmen.“ Das bedeutet, für eine Wegstrecke werden mehrere Verkehrsmittel genutzt, um letztendlich den Stadtverkehr bestmöglich zu entlasten.

Der Bezirk St.Leonhard blüht auf

Wo früher nur Rasenfläche war, ist nun ein pflegeextensives Pflanzenbeet entstanden. Die vielfältigen blühenden Stauden und Gräser bilden eine wiederstandsfähige und weitgehend selbstregulierende Pflanzengemeinschaft, die sich gut an die oft herausfordernden Bedingungen des städtischen Raumes in Zeiten des Klimawandels bzw. längerer Trockenperioden und Starkregenereignisse anpasst. Gleichzeitig liefern sie eine abwechselungsreiche pflanzliche Darbietung, die diesen kleinen, urbanen Erholungsraum für Besucher bereichert. Mehr Grün (Bio-Volumen) bietet auch zusätzliche Kühlung durch Evapotranspiration, die in der Stadt während der Sommermonaten sehr willkommen ist.

Gesteigerte Biodiversität In Sachen Artenvielfalt, ein wesentliches Thema heutzutage, liefert die Pflanzengemeinschaft auch einen Beitrag zur gesteigerten Biodiversität und bietet neuen Lebensraum für überaus wichtige Bestäuber-insekten wie Wildbienen und andere. Das Bepflanzungsprojekt wird von BiologInnen über die nächsten 12 Monate begleitet, die Wirkung auf die Insektenvielfalt wird periodisch ausgewertet. Mit diesem Wissen können wir auch in Zukunft urbanen Grünraum hinsichtlich der Artenvielfalt optimaler gestalten.

Gemeindeübergreifendes Radverkehrskonzept für die GU-Süd

Die Regionale Verkehrs- und Wirtschaftsgemeinschaft GU-Süd (gegründet 2001; bestehend aus den Gemeinden Fernitz-Mellach, Hart bei Graz, Hausmannstätten, Gössendorf, Raaba-Grambach und Vasoldsberg; insgesamt rd. 29.500 Einw.) unterstützt durch verschiedene Initiativen und Projekte den Umstieg auf nachhaltige Mobilitätsformen. Angesichts des immer stärker wachsenden Verkehrsaufkommens in der Region will man nun stärker an der Aufwertung des Alltagsradverkehrs arbeiten, die Erstellung eines gemeindeübergreifenden Radverkehrskonzeptes und der weitere Ausbau der Radinfrastruktur wurde von allen Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden daher einstimmig beschlossen.

Am 23.10.2019 fand dazu in Raaba-Grambach die Auftaktveranstaltung statt, zu der Vertreter des Landes Steiermark und der Stadt Graz, die Bürgermeister und Radverkehrsbeauftragten der Gemeinden sowie MitarbeiterInnen von PLANUM anreisten – großteis sogar mit Fahrrad. Weitgehend einig war man sich darüber, dass eine gemeindeübergreifende Vernetzung der Radwege notwendig ist. Verkehrslandesrat Anton Lang: „Da Radwege nicht an Ortstafeln enden sollen, ist hier eine Zusammenarbeit notwendig. Wenn man von Klimaschutz spricht, muss man auch von Mobilität sprechen. Oft gehört politischer Mut dazu etwas umzusetzen, auch wenn es momentan eine unpopuläre Entscheidung ist.“

In Zusammenarbeit mit dem Land Steiermark, der Stadt Graz und der Baubezirksleitung Steirischer Zentralraum wird in den nächsten Monaten auf Basis der Radverkehrsstrategie Steiermark, der „Radnetztstudie Steirischer Kernballungsraum“ das gemeinsame Radverkehrskonzept GU-Süd erarbeitet. Derzeit wird die Bevölkerung der GU-Süd zu ihren Mobilitätsgewohnheiten befragt (Link zur Onlineumfrage).

Die Kernraumgemeinden in Voitsberg treten in die Pedale!

Am 20.09.2019 um 9:00 fand das Kick-off für das Radverkehrskonzept Kernraum Voitsberg statt.

Aufbauend auf dem regionalen Mobilitätsplan der Teilregion Voitsberg aus dem Jahr 2016 hat sich der Regionalentwicklungsverein Voitsberg (Stadtgemeinde Bärnbach, Stadtgemeinde Köflach, Stadtgemeinde Voitsberg, Gemeinde Rosental an der Kainach und Marktgemeinde Maria Lankowitz) in Kooperation mit dem Land Steiermark (Abteilung 16 Verkehr und Landeshochbau) zum verstärkten Ausbau des Radverkehrs und zur Erstellung eines Radverkehrskonzeptes als zukünftige Entwicklungsgrundlage entschlossen.

Auf Basis der Radverkehrsstrategie Steiermark, sowie einer Potentialanalyse für den werktäglichen Radverkehr im Planungsgebiet,  wird das Bearbeiterteam des Planungsbüros Planum mit den Gemeinden und dem Amt der Steiermärkischen Landesregierung (Abteilung 16) einen Vorschlag für eine  sichere, attraktive, zusammenhängende und qualitativ hochwertige Radverkehrsinfrastruktur (=künftiges Zielnetz, Radabstellanlagen, Leitsystem) erarbeiten. Darauf aufbauend soll eine zügige Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen erfolgen und damit eine Erhöhung des Radverkehrsanteiles erreicht werden. Da eine gute Rad-Infrastruktur nicht den alleinigen Schlüssel zum Erfolg darstellt, soll der Umstieg auf das Fahrrad durch Bewusstseinsbildung, Aktionen und unternehmensspezifisches Mobilitätsmanagement zusätzlich gestärkt werden. Auch hierzu erfolgt eine regional abgestimmte Maßnahmenplanung.

Es gibt viele Gründe, die für das Radfahren sprechen. Neben den individuellen Vorteilen für die eigene Gesundheit sind gerade in der heutigen Zeit der aktive Beitrag zum Klimaschutz und die Attraktivierung und Belebung der Ortszentren wichtige Bausteine für eine zukunftsorientierte Mobilität.

Dies sieht auch der steirische Verkehrslandesrat Anton Lang so. „Mit unserer ‚Radverkehrsstrategie 2030‘ und der Initiative ‚Go – Radmobil Steiermark‘ sorgen wir mit großem Engagement dafür, dass der Alltags-Radverkehr in unserem Bundesland Schritt für Schritt weiter ausgebaut wird. Die weißgrünen Gemeinden sind hier ein starker Partner. Radfahren boomt schließlich, nicht zuletzt auch aufgrund der starken Zunahme bei den E-Bikes. Es freut mich daher sehr, dass die Kernraumgemeinden in Voitsberg in Sachen Radverkehr  gemeinsam mit dem Landesverkehrsressort im Interesse der BürgerInnen nachhaltige Akzente setzt“, so Lang.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurden die ersten Schritte gesetzt. Mit der Anreise mit Rad bzw. Öffentlichen Verkehrsmitteln zum Veranstaltungsort wurden gleich erste Eindrücke gesammelt und Anregungen für das künftige Radverkehrssystem aufgenommen.

Berichte zum Nachlesen und Nachsehen

Beitrag in der ORF-tvThek (beginnt bei 8:30)
Kleine Zeitung vom 21.09.2019
Die Woche vom 20.09.2019

Ring frei! Raderlebnistag Klagenfurt

RING FREI! ist eine Aktion im Rahmen der Umsetzung des Masterplans Radfahren Klagenfurt.

Während der europäischen Mobilitätswoche wird in Klagenfurt am 20. September 2019 ein Raderlebnistag abgehalten. Neben Aktionen wie Kinderparcours, E-Bike-Testmöglichkeit und -Verleih werden Straßen von 10:00 bis 14:00 Uhr für den motorisierten Verkehr gesperrt.

Als weitere bewusstseinsbildende Maßnahme werden am 15. September für die Aktion „Wörthersee autofrei“ 44 Kilometer um den See von 10.00 bis 17:00 Uhr für den motorisierten Verkehr gesperrt.

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Foldern: Ring frei Flyer, Ring frei Folder und Ring frei Gewinnspiel.

Radlos und was jetzt? – Deine Ideen für einen Fahrrad-Diebstahlschutz.

Das MOBILITY LAB sucht in Kooperation mit dem ÖAMTC Steiermark nach innovativen und leistbaren Lösungen für einen effektiven Diebstahl- und Vandalismus-Schutz für Fahrräder – egal ob diese im öffentlichen Raum, vor dem Haus oder im Keller abgestellt werden. 

Kreativität und Ideenreichtum sind gefragt! Auf die GewinnerInnen der Challenge warten attraktive Preise, wie eine Öffi-Jahreskarte und ÖAMTC-Gutscheine. Es ist ausdrückliches Ziel, die ausgewählte Siegeridee mit Unterstützung des MOBILITY LAB auch umzusetzen. Reichen Sie Ihre Ideen bis 17.03.2019 auf der Open Innovation Plattform des Mobility Lab unter ideas.mobility-lab.at ein!

Mobilitätslabor Graz Grenzenlos

Wir sind Partner beim Mobilitätslabor Graz Grenzenlos, wo wir innovative Ideen für nachhaltige Mobilität unterstützen.

Sie wollen mehr erfahren und haben Interesse?
Dann kontaktieren Sie uns direkt unter office@planum.eu oder besuchen Sie die Homepage des Mobility Labs unter www.mobility-lab.at.

PLANUM Teil der 12. Österreichischen Fachkonferenz für FußgängerInnen

Am 4. und 5. Oktober 2018 wurde unter dem Motto „Zu Fuß aktiv mobil: Transformation öffentlicher Räume und sichere lebenswerte Straßen“ in Graz der Fußverkehr zum zentralen Thema gemacht. Im Rahmen von Speed-Dating Sessions konnten der „Masterplan Radfahren in Klagenfurt unter Berücksichtigung des Fußverkehrs“ und das Projekt „optimized urban space – walk & bike“ am Beispiel der Schmiedgasse in Graz vorgestellt werden. In einem sogenannten „Walkshop“ führte Georg Huber Interessierte ausgehend vom Tagungsort Minoritensäle in die Innovationszone Schmiedgasse und stellte Projektziele sowie die laufenden Erhebungen vor. Das Format und die anwesenden ExpertInnen boten ausreichend Gelegenheit, anregende Diskussionen über die Gestaltung der verschieden Mobilitätsräume entlang der Wegstrecke zu führen. Weitere Informationen zur Fachtagung finden Sie unter www.walk-space.at.

Gedanken zum Auto in Graz (Kleine Zeitung am 29. Mai 2018)

Die  Kleine Zeitung berichtet in ihrem Artikel „Es ist zu leicht, ein Auto zu besitzen“ vom 29. Mai 2018 über aktuelle Entwicklungen bezüglich Autoverkehr in Graz. Der Verkehrsexperte DI Dr. Kurt Fallast gibt darin seine Einschätzung ab.